2. Staatsexamen

Die 2. Ärztliche Prüfung, auch Hammerexamen genannt, ist die letzte Prüfung im Medizinstudium. Nach bestandener Prüfung wird die Approbation erteilt, die zur Ausübung des ärztlichen Berufes berechtigt.

Das Staatsexamen ist in zwei Prüfungsabschnitte geteilt – zum einen die schriftliche Prüfung, bei der alle Medizinstudenten Deutschlands zur gleichen Zeit dieselben Prüfungsaufgaben beantworten und einen mündlich-praktischen Teil, der an der Heimatuniversität stattfindet.

Aktuell ist es noch so, dass die beiden Examensprüfungen im Anschluß an das PJ abgeleistet werden. In der im Jahr 2012 verabschiedeten Approbationsordnung wird die schriftliche Prüfung vor Beginn des PJ verlegt und die mündlich-praktische Prüfung findet wie bisher im Anschluss an das PJ statt. Erstmals geprüft werden nach der neuen Regelung Studenten, die im Sommer 2014 ins PJ starten würden. Unter Berücksichtigung einer angemessenen Lernzeit findet das Examen im Oktober 2014 statt.

Die schriftliche Prüfung wird an drei aufeinanderfolgenden Tagen geschrieben, wobei insgesamt 320 Fragen aus den klinischen Bereichen zu beantworten sind. An unserer Uni findet die Prüfung im Sportzentrum Homburg-Erbach statt.

Zur Vorbereitung ist das Kreuzen von Altexamina das Wichtigste. Die kommentierten Altfragen können entweder durch den Kauf von Onlinelizenzen über examenonline.thieme.de (Thieme) oder www.miamed.de (Amboss). Beides ist dank der Finanzierung über die Kompensationsmittel (ehemals Studiengebühren) für alle Studenten kostenlos(Thieme für die Vorklinik und Amboss für die Klinik). Zur Erstanmeldung ist eine IP Adresse der Uni nötig (Wohnheim, CIP Pool, Bibliothek, VPN Client), danach kann auf das Prüfungstool bequem von jedem Rechner mit Internetzugang zugegriffen werden. Anleitung siehe hier.

Die mündlich-praktische Prüfung wird an der Klinik abgehalten, an der das Wahlfach des PJ abgeleistet wurde. Fand das Wahlfach im Ausland statt, so findet die komplette Prüfung an der Uniklinik statt. Geprüft werden die Fächer Innere Medizin, Chirurgie und das Wahlfach, sowie ein weiteres Fach aus dem klinischen Bereich, das zugelost wird. Ist dieses Fach an dem peripheren Krankenhaus nicht verfügbar (z.B. Pharmakologie, Pathologie, Mikrobiologie,…), so wird ein Prüfer von der Uniklinik in das periphere Haus bestellt.

Die mündlich-praktische Prüfung findet an zwei Tagen statt, wobei am ersten Tag jedem Prüfling ein Patient zugeteilt wird. Nach ausführlicher Anamnese und körperlicher Untersuchung bekommt man Einblick in die Patientenakte mit Diagnostik und Therapie und anschließend verfasst jeder Prüfling eine Epikrise (Krankheitsverlauf) zu dem Patienten. In der Prüfungsrunde wird der Patient vorgestellt und die Prüfer stellen Fragen zu deren Fachgebiet (max. 15 min. pro Fach). Am zweiten Tag ist nochmals eine Fragerunde zu allgemeinen Themen der jeweiligen Fächer ohne Bezug zum Patienten des Vortages. Nach einer kurzen Beratungszeit der Prüfer bekommt man schließlich eine Gesamtnote mitgeteilt.

Für die mündliche Prüfung gibt es bei der Fachschaft Gedächtnisprotokolle der Prüfungen für einen Großteil der Prüfer an den saarländischen Kliniken. Die Ausgabetermine werden auf www.medizinhomburg.de und über Facebook, GooglePlus sowie Twitter bekannt gegeben. Es sind 20 Euro Pfand zu entrichten, die ihr nach Einsendung Eures Protokolls zurückbekommt. Damit stellen wir sicher, dass auch die nachfolgenden Jahrgänge noch aktuelle Prüfungsprotokolle haben. Außerdem wird jede ausgedruckte Seite mit 5 cent berechnet.

Sind alle Prüfungen bestanden, so wird man exmatrikuliert und bekommt einige Wochen später schriftlich das Ergebnis mitgeteilt. Die Note setzt sich dabei folgendermaßen zusammen: 1/3 der Note des 1. Abschnitts (Physikum), 1/3 schriftliches Hammerexamen, 1/3 mündliches Hammerexamen. Bei komma fünf wird grundsätzlich abgerundet. Mit der Ergebnismitteilung kann
die Approbation bei der (saarländischen) Ärztekammer beantragt werden.

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