PJ – Praktisches Jahr

Das Praktische Jahr oder meist abgekürzt PJ stellt den letzten Abschnitt des Medizinstudiums dar.

Formal entspricht es den Semestern 11 und 12 und dauert 11 Monate. Unterteilt wird das PJ in drei Tertiale zu jeweils 16 Wochen, wobei die Fächer Innere Medizin und Chirurgie pflichtmäßig absolviert werden müssen. Einer der Abschnitte ist als Wahlfach deklariert und kann nach eigenem Interesse aus den angebotenen klinischen Fächern gewählt werden, wobei nicht jede Fachrichtung möglich ist und es abhängig von der gewählten Klinik ist, ob dort das gewünschte Fach angeboten wird.
Unterschieden wird zwischen Uniklinikum, an dem meist alle Fachrichtungen verfügbar sind und Lehrkrankenhäusern der Universität, die entweder als Haus der Maximalversorgung den Großteil der möglichen Wahlfächer vertreten und peripheren (kleineren) Kliniken mit nur einem oder wenigen Wahlfachangeboten. Zwingende Voraussetzung ist die Zulassung als Lehrkrankenhaus der Universität an der man immatrikuliert ist. Eine Liste der möglichen Wahlfächer und Lehrkrankenhäuser der Universität des Saarlandes gibt es über das Studiendekanat: Hier der Link.

Aktuell kann das PJ nur in dem Bundesland absolviert werden, in dem man immatrikuliert ist. Darüber hinaus gibt es aber die Möglichkeit im Ausland Teile oder auch das komplette PJ zu absolvieren. Dabei ist aber zu beachten, dass nicht alle Länder oder deren Kliniken anerkannt werden. Infos dazu kann man beim Landesprüfungsamt in Saarbrücken bekommen.

Die Aufgaben des PJ Studenten umfassen überwiegend ärztliche Tätigkeiten der jeweiligen Fachrichtung unter Anleitung und Verantwortung der Assistenz-, Ober- und Chefärzte. Der Ausbildungsschwerpunkt liegt bei der Erlernung und Vertiefung von praktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie Anwendung des interdisziplinären theoretischen Grundwissens. Zudem sollen die theoretischen Kenntnisse durch regelmäßige Fortbildungen wiederholt und vertieft werden. Gemäß der Approbationsordnung ist eine Fehlzeit von maximal 20 Tagen bzw. mit der neuen AO 30 Tagen erlaubt, wobei Krankheit und Urlaub gleichermaßen zählen. In einem Tertial dürfen maximal 20 Tage Urlaub genommen werden. Der Großteil der PJler setzt diese 20 Tage an das Ende des PJ, um mehr Zeit für die Vorbereitung aufs Hammerexamen zu haben. Zusätzliche freie Tage können durch die Teilnahme an Diensten gewonnen werden.

Da das praktische Jahr noch dem Studium zugerechnet wird, ist eine Bezahlung normalerweise nicht vorgesehen. Allerdings bieten mittlerweile immer mehr Kliniken monetäre Entschädigungen an. Diese reichen von Freibeträgen für Essen (z.B. Uniklinik Homburg 28 Euro pro Woche) bis hin zu einem monatlichen Fixbetrag incl. Essen und Unterkunftsrabatten (z.B. Knappschaftskrankenhaus Püttlingen). Mit Inkrafttreten der neuen AO ist nun auch offiziell eine Bezahlung bis zum Bafög-Mindestsatz möglich, eine Umsetzung der Kliniken steht dabei aber noch aus. Sehr beliebt sind Schweizer Spittäler, die eine Bezahlung zwischen 900 und 2000 Franken im Monat bieten. Allerdings sind die Lebenshaltungskosten in der Schweiz ungleich höher und der Betrag kann sehr schnell aufgebraucht sein. Außerdem hat man als sogenannter Unterasssistent mehr Verantwortung und dienstliche Verpflichtungen, als an den deutschen Häusern.

Im letzten theoretischen Semester gibt es eine Informationsveranstaltung zum Thema PJ, bei der nochmals einiges erklärt wird und offene Fragen beantwortet werden können. Auch stellen sich dort andere saarländische Kliniken vor und stellen ihre Lehrkonzepte vor. Anschließend beginnt die Anmeldung für das Praktische Jahr. Infos dazu findet Ihr auf den Seiten des Studiendekanats: Studiandekanat

Bei weiteren Fragen rund um das PJ und zur neuen AO könnt ihr Euch an die Fachschaft wenden.

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://www.medizinhomburg.de/pj/