Studium

Willkommen zum Medizinstudium in Homburg a. d. Saar,

folgende Zeilen sollen helfen, euch (vor allem Interessierten, Orientierungslosen und Anfängern) einen kurzen Gesamtüberblick
über das Studium der Humanmedizin zu geben.

Das Studium der Humanmedizin teilt sich aktuell in zwei große Abschnitte, die Vorklinik und die Klinik. Die Klinik endet mit einem einjährigen Praktikum, womit die Klinik wiederum in zwei Teile gegliedert wird, dem universitärem Teil und halt eben dem “PJ”.

Vorklinik:

Die Vorklinik dauert im Idealfall 4 Semester. Im vorklinischen Studienabschnitt, lernt ihr die Grundlagen, die ihr im weiteren Verlauf des Studiums benötigt, um zu verstehen wie man Diagnose und Therapie betreibt und warum Dies und Das in unserem Körper eben so funktioniert, wie sich die Natur das ausgedacht hat.

Diese Grundlagen sind die drei wichtigen großen Fächer Physiologie, Biochemie und Anatomie. Vervollständigt wird euer Wissen durch Soziologie / Psychiatrie, Physik, Chemie und Biologie.

In der Vorklinik nimmt Homburg eine kleine Ausnahmerolle ein! Bei uns wird die Vorklinik im Block Stil gelehrt.
Meist ist es in Deutschland so, dass die Fächer (besonders die großen) über mehrere Semester parallel laufen. Bei uns in Homburg ist das anders. Hier muss man sich in der Regel nur mit einem großen Fach pro Semester beschäftigen, dafür hört man bis zum Physikum aber auch nichts mehr von diesem Fach. Alles hat Vor- und Nachteile…

1. Staatsexamen (Physikum):

Schließt ihr alle Fächer der Vorklinik mit einem Erfolg ab, wird das gesamte Fachwissen über diese Fächer im ersten Staatsexamen, allgemein besser bekannt als das Physikum abgefragt.
Das Physikum gliedert sich in zwei Teile, eine 2-tägige schriftliche Prüfung an die sich dann 1 bis 3 Wochen später
eine mündliche Prüfung anschießt. Nur wenn ihr beide Teile mit Erfolg besteht, dürft ihr im klinischen Abschnitt weiter studieren.

Klinik:

Die Klinik teilt sich, wie schon erwähnt, wiederum in zwei Abschnitte auf.
Drei Jahre Hörsaal, Praktikum, U-Kurs & Co. und ein praktisches Jahr, das bekannte PJ.

Die ersten drei Klinik-Jahre:

Hier lernt hier Chirurgie, innere Medizin, Kinderheilkunde und vieles vieles mehr. Man kann ganz grob sagen, dass man sich in diesem Teil des Studiums der praktischen ärztlichen Arbeit widmet. Was natürlich nicht bedeutet, dass ihr keine Hörsäale mehr seht und die Bücher zur Seite legen könnt. Ich sag es mal so, man redet darüber wie es wäre…

Das zweite Staatsexamen:

Das gab es schon mal, ist dem so genannten “Hammerexamen” gewichen und jetzt ist es wieder zurück!

Die Rede ist vom zweiten Staatsexamen, eine große Prüfung, welche das theoretische Wissen der bis dahin absolvierten klinischen Jahre abfragt.

Das praktische Jahr:

Im sechsten medizinischen Studienjahr schnuppert man endlich richtig Krankenhausluft! In einem praktischen Jahr, wendet man das zuvor mühevoll erlernte Wissen an. Natürlich als Praktikant unter fachkundiger Aufsicht! Erst wenn man seid neustem (bzw. jetzt wieder)…

das dritte Staatsexamen:

besteht, ist man fertig und darf sich approbierter Arzt nennen.

Übrigens, eine Sache die anscheiened immer noch recht unbekannt ist. Im Studium legt ihr euch nicht auf eine Fahrichtung
fest. Das macht ihr nach dem Studium wenn ihr eine Stelle sucht und in diesem Fachbereich euren sogennanten
Facharzt (dauer zwischen 3 und 6 Jahren) ablegt.

 

Zwischen den Zeilen

Damit sollte der grobe Ablauf umrissen sein. Aber währen des Studiums gibt es kleine ‘Specials’ auf die ich der Vollständigkeit halber noch hinweisen möchte.

Promotion

Arzt ist nicht gleich Doktor! Um einen Doktortitel zu erhalten, muss man promovieren, das bedeutet man muss eine wissenschaftliche Arbeit schreiben.

Diese Arbeit kann im Prinzip zu jeder Zeit während des Studiums verfasst werden. Die meisten Studenten nehmen sich die Zeit für eine Doktorarbeit im klinischen Abschnitt des Studiums. Hier hat man Kontakt zu den Fachrichtungen und wenn man die Augen und Ohren offen hält findet man in Homburg schnell jemanden der euch eine Doktorarbeit anbietet und an einer Zusammenarbeit interessiert ist.

Pflegepraktikum

Das Pflegepraktikum ist wie der Erste Hilfe Kurs, eine Sache um die ihr euch selbst kümmern müsst. Neben den Scheinen in der Vorklinik, sind Zertifikate über die erfolgreiche Teilnahme notwendig, um für das Physikum zugelassen zu werden.

Das Pflegepraktikum muss mindestens über 30 Tage gehen und kann an jedem beliebigen Krankenhaus absolviert werden. Eine Praktikumsstelle müsst ihr euch selbst suchen. Übrigens ist das eine feine Sache die vor Beginn des Studiums erledigt werden kann!

Ausgebildete Gesundheits- und Krankenpfleger müssen natürlich kein Praktikum nachweisen, ebensowenig wie die Teilnahme an einem Erste Hilfe Kurs. Hier reicht dem Landesprüfungsamt (LPA) die Examensurkunde aus.
Darüber, ob auch andere medizinnahe Fachberufe (z. B. Rettungsassistenten oder -sanitäter) anerkannt werden, gibt es leider wechselnde Gerüchte. Am besten erkundigt ihr euch bei eurem jeweiligen LPA. Die Kontaktdaten für das saarländische LPA findet ihr unter Links (oben in der Navigation).

Famulatur

Eine Famulatur ist zu vergleichen mit einem kleinem Praktikum (von lat. famulus = Gehilfe).

Zwischen dem ersten und zweiten Staatsexamen, kann man sich ein(e) beliebige(s) Krankenhaus / Arztpraxis für eine Famulatur aussuchen, also man muss sich selbständig darum kümmern.

Die Famulatur muss seit neustem insgesamt fünf Monate dauern, zwei Monate in einem Krankenhaus, einen Monat in einer Arztpraxis, wobei Famulaturen in der Ambulanz einer Klinik, einer Poliklinik oder einer Notaufnahme als Praxisfamulaturen anerkannt werden können und seit 2012 einen Monat in einer allgemeinmedizinischen Arztpraxis.
Der fünfte Monat kann frei gewählt werden.

Arbeiten während des Studiums

Arbeiten ist möglich. Man sollte sich aber vor Augen führen, dass man nicht nebenbei studieren kann!

Ein Studium ist ein Vollzeit Job, der von Zeit und Engagement mindestens mit einem regulären Angestelltenverhältnis gleichgesetzt werden sollte.

Natürlich finden sich mal mehr und mal weniger freie Tage und Stunden, aber was du in dein Studium investieren kannst / musst, kannst du nur selbst entscheiden.

         For students from abroad:

This webpage offers a lot of information about studying in Germany in general.

http://www.studying-in-germany.org/

For further information see section “ZiS” on top of the site.

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